„Obwohl der Tourismus in Österreich ständig neue Rekorde aufstellt und sich jährlich über ein Plus in Bezug auf die Anzahl an Touristen und Nächtigungen freuen darf, spüren die Beschäftigten dieser Branche wenig davon. Es ist die Politik gefragt, vernünftige Rahmenbedingungen für die Beschäftigten im Freizeit- und Tourismusbereich zu schaffen. Der generelle 12-Stunden-Tag, den Schwarz-Blau am 1. September eingeführt haben, trägt leider zu einer weiteren Verschlechterung bei“, kritisierte SPÖ-Tourismussprecher Max Unterrainer anlässlich der heute vorgelegten Sonderauswertung des Tourismus beim Arbeitsklima Index.

Die Tourismusministerin sollte die Arbeitsbedingungen im Tourismus endlich zum Thema machen und sich dafür einsetzen, dass die Beschäftigten der Branche, die unter sehr hohen körperlichen Belastungen und einer sehr schlechten Vereinbarkeit von Beruf und Familie leiden, endlich bessere Arbeitsbedingungen bekommen, forderte Unterrainer. Nicht von ungefähr kommt, dass die Branche händeringend nach Personal sucht, so Unterrainer, denn auch die neuesten Daten zeigen, dass die Arbeitsbedingungen nicht gut sind. „Setzen Sie sich für die Beschäftigten im Tourismus ein, sie bringen eine hohe Wertschöpfung für unser Land und unser Budget. Nur die Saisonniers-Kontingente zu erhöhen, kann keine Lösung sein“, so Unterrainer in Richtung Köstinger.

 

 

SPÖ-Tourismussprecher kritisiert falschen Zeitpunkt für Informationen: „Gutes Thema, schlechter Zeitpunkt“

 

„Es ist nachvollziehbar, dass Reisenden Informationen und Tipps zur Reisezeit gegeben werden. Dass das Finanzministerium dafür Inserate in der Zeitschrift ‚Gewinn‘ und noch dazu im September mit dem Titel ‚Sommerzeit ist Reisezeit – nutzen Sie rechtzeitig das umfassende Informations- und Serviceangebot des Bundesministeriums für Finanzen‘ schaltet, wirft dann doch ein paar Fragen auf“, so SPÖ-Tourismussprecher Max Unterrainer.

 

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Arbeitsmarkt im Freizeit- und Tourismusbereich braucht ernsthafte Auseinandersetzung


„Die Ministerratsentscheidung zeigt, wie wenig G’spür die Regierung an den Tag legt, vor allem was die Menschen im Freizeit- und Tourismusbereich betrifft“, ist für Tourismussprecher Max Unterrainer die Entscheidung der Regierung weder menschlich noch arbeitsmarktpolitisch nachvollziehbar. „Wenn der Regierung eine für beiden Seiten – AsylwerberInnen in Lehre und Betriebe – gangbare Lösung wichtig gewesen wäre, wäre es zu einer anderen Entscheidung gekommen. Vor allem aber hätte man eine seriöse Diskussion auf breiter Ebene zugelassen um einen Konsens zu finden. Dass das nicht passiert ist, ist offensichtlich“, ist Unterrainer überzeugt, dass diese Entscheidung dem Freizeit- und Tourismusbereich nicht dienlich ist, auch was die Joboffensive der Regierung betrifft. „Im Gegenteil“, so Unterrainer.

 

„Dort, wo im Freizeit- und Tourismusbereich eine halbwegs planbare Arbeitszeit, ein annehmbares Betriebsklima und ein faires Einkommen zu finden sind, dort gibt es ohnehin wesentlich weniger oft das Problem, dass keine Arbeitskräfte, auch Lehrlinge gefunden werden. Und mit der jetzigen Entscheidung der schwarztürkisblauen Regierung, den Zugang auswärtiger, billigere Arbeitskräfte zum österreichischen Arbeitsmarkt zu erleichtern und das als Bekämpfung des Fachkräftemangels zu betiteln, kann nicht der richtige Weg sein.

 

Vielmehr sollten die Rahmenbedingungen so geändert werden, dass mit dem Gehalt das Leben leistbar ist, dann ergibt sich vieles von selber im positiven Sinne. Vor allem aber für die Menschen, die hier auf Arbeitssuche sind“, geht für Unterrainer der eingeschlagene Weg am Ziel vorbei und fordert erneut eine seriöse Diskussion auf parlamentarischer Ebene betreffend Rahmenbedingungen im Freizeit- und Tourismusbereich. 

 

 

Ernsthafte Auseinandersetzung im Parlament und gangbare Lösung für Lehrlinge und Betriebe im Umgang mit einem negativen Asylbescheid während der Lehrausbildung gefordert

 

Mehr als die Hälfte der rund 900 AsylwerberInnen (bis 19 und über 20-jährige) in Lehre absolvierten laut Anfragebeantwortung von Arbeits- und Sozialministerin Mag. Beate Hartinger-Klein Ende Juni 2018 eine Lehre in der Hotel- und Gastgewerbebranche. „Dass bei einem negativen Asylbescheid die betroffenen Lehrlinge nicht sofort ausreisen müssen, wie in der Anfragebeantwortung formuliert, kann nicht die Lösung für die Probleme sein, vor denen die Lehrlinge und die Betriebe in dem Fall stehen“, fehlen Nationalratsabgeordneten und Tourismussprecher Max Unterrainer konkrete Lösungen der Regierung bezüglich AsylwerberInnen in Lehre und bezüglich des Wegfalls von Wissen und Arbeitskraft durch negative Asylbescheide. 

SWV-Tirol Präsident und Nationalrat Max Unterrainer sieht keine positive Entwicklung für die heimische Wirtschaft: „Fakt ist, die Regierung nützt die sitzungsfreie Zeit nicht dafür, Weichen zu stellen und Konzepte für den Wirtschaftsstandort Österreich zu erarbeiten. Stattdessen betreiben ÖVP und FPÖ Populismus in mittlerweile gewohnter Manier. Permanent werden unausgegorene Ideen und Reformen präsentiert.  Sie  handeln chaotisch und planlos.“