Steigende Nächtigungszahlen sind keine Garantie für eine stabile Tourismuszukunft

 

„43 Prozent mehr Ankünfte und 21 Prozent mehr Nächtigungen in 10 Jahren, steigende Umsätze im Sommer wie auch im Wintertourismus. Rund 250.000 unselbständig Beschäftigte im Freizeit-und Tourismusbereich. Tendenz steigend. Ohne die hervorragende Arbeit der MitarbeiterInnen im Freizeit- und Tourismusbereich wären diese Rekordzahlen nicht möglich. Umso mehr muss der Fokus im Freizeit- und Tourismusbereich wieder auf die Rahmenbedingungen der MitarbeiterInnen in diesem Bereich sein. Im Dienstleistungssektor wie es der Freizeit- und Tourismusbereich einer ist steht und fällt der Erfolg mit den Menschen, die hier täglich ihre hervorragende Leistung bringen. Nur dann können sich die Gäste wohl fühlen“, unterstreicht Nationalratsabgeordneter und SPÖ-Tourismussprecher Max Unterrainer am Welttourismustag, dass nach wie vor bei den Rahmenbedingungen im Freizeit- und Tourismusbereich Handlungsbedarf besteht. 

 

„Zukunftskonzepte für den Freizeit- und Tourismusbereich sind besser heute als morgen umzusetzen“, betont Unterrainer, dass die Tourismusstrategie der Bundesregierung mit Spannung erwartet wird. „Es gibt viele Baustellen im Freizeit- und Tourismusbereich, eine große betrifft die Rahmenbedingungen der MitarbeiterInnen dieser Branche“, so Unterrainer. „Nach wie vor sind die Löhne hier überwiegend gering, die Planbarkeit der Arbeitszeiten beschränkt, Überstunden oftmals mehr schlecht als recht geregelt und Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr schwierig“, bringt Unterrainer die Situation von vielen TourismusmitarbeiterInnen auf den Punkt. Digitalisierung, Klimawandel, Mobilität sind wesentliche Bereiche, die die Freizeit- und Tourismusbranche im Wandel begleiten und wo neue Konzepte und Unterstützung seitens der Politik zu erwarten sind, aber die MitarbeiterInnen dürfen nicht vergessen werden.

 

„Vor allem die Freizeit- und Tourismusbranche lebt von der Leistung der MitarbeiterInnen im Umgang mit den Gästen – vom Reinigungsdienst über den Kellner bis zu den KüchenmitarbeiterInnen und allen weiteren, die diese Branche tragen. Die Wertschätzung gegenüber den MitarbeiterInnen in dieser Branche muss Rechnung getragen werden. Denn ohne gut- und bestausgebildete und motivierte sowie auch fair entlohnte MitarbeiterInnen verliert die Freizeit- und Tourismusbranche ihren Charme und riskiert, dass die Branche an Attraktivität verliert“, schließt Unterrainer und fordert Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für MitarbeiterInnen im Freizeit- und Tourismusbereich von Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. 

 

 

 

Ausnahmeregelungen ermöglichen bereits jetzt flexible Arbeitszeit – mit entsprechender Entlohnung

„Dass Schwarztürkisblau nicht für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer spricht, zeigt allein die Tatsache, dass das Arbeitszeitgesetz und die Arbeitsrechte dem Wirtschaftsausschuss zugewiesen haben. Ohne Diskussion, ohne Begutachtung und im falschen Ausschuss – das zeigt, wie wenig Respekt und Achtung den ArbeitnehmerInnen entgegengebracht wird und der Nationalrat als Volksvertretung sowie vor gerade einmal hundert Jahren schwer erkämpfte demokratische Prozesse ignoriert werden“, kritisiert Tourismussprecher Abg. z. NR Max Unterrainer die Vorgangsweise zur Einführung des 12-Stunden-Tages in der gestrigen Nationalratssitzung.

„Arbeitsflexibilierung ja, aber es muss gut aufbereitet und darf nicht in einer Nacht- und Nebelaktion sowie ohne Sozialpartner durchgepeitscht werden. Vor allem im Tourismusbereich gibt es viele Baustellen, die zu einer Attraktivierung der Berufe führen könnten – allem voran die Bezahlung der MitarbeiterInnen. Unregelmäßige Arbeitszeiten gibt es in vielen Branchen, Probleme finden wohl eher dort statt, wo die Überstunden kaum oder nicht bezahlt werden und Menschen auf Dauer kurzfristigst und auf Abruf arbeiten müssen und die Entlohnung nicht entsprechend erfolgt“, setzt Unterrainer fort. Diese Probleme werden mit der Gesetzesänderung nicht gelöst und schon gar nicht dem Facharbeitermangel im Freizeit- und Tourismusbereich entgegengewirkt.